Das letzte Kapitel

29März2014

Die Tage in der Oase waren wir mit nichts tun vollkommen ausgelastet. Den ersten Tag mussten wir uns den Pool mit einer französischen Familie teilen, aber auch nur, bis die Hautfarbe der Tochter von schneeweiß zu krebsrot gewechselt hatte, das war so gegen Mittag. Abends gabs einen Spaziergang durch die Oase mit ihrem grünen kleinen See. Ganz hart gesottene Einheimische sind da sogar zum Schwimmen rein gegangen. Hautverträglichkeit: unbekannt. Nach einem Hamburger ging es schnell wieder an die Hotelbar, vom Stress erholen. Der nächste Tag bot dann doch mehr Highlights.  Zuerst entschied sich einer von uns tatsächlich den Pool zu verlassen, um via Internetradio mit anzuhören wie sich die Fortuna von so einem bayrischen Provinzverein vier Tore reinschiessen lässt.  Weiter ging es dann mit Stromausfall, also keine Bundesliga Konferenz. Das Kohlegräber Duell aus dem Ruhrpott wollte ja eh keiner hören.  Jetzt zeigte sich, dass wir  zum Thema: Verhalten bei Stromausfall in der Oase, wunderbar harmonieren.  Nach der Feststellung,  dass tatsächlich kein Strom da ist und nicht mal wieder nur das wlan ausgefallen ist, war uns sofort klar: Weg vom Pool, schnell "ausgehfertig" machen und ab in die Bar. So schnell wie in der Wüste das Bier warm wird, kann man ja gar nicht gucken. Waren aber rechtzeitig vor Ort und haben noch kaltes Bier bekommen. Strom gab es dann auch kurze Zeit später wieder. Beachbuggy und Sandboarden haben wir erstatzlos gestrichen, sah anstrengend aus, wie die anderen sich die Dünen hoch gequält haben. In unserer Abwesenheit hat sich eine russische Reisegruppe im Hotel einquartiert und den bis dato von uns allein besiedelten Pool eingenommen. Der Geräuschpegel war immens,  sind dann nach Lima weiter. Auf den Massentourismus hatten wir keine Lust.
Lima war noch so wie wir es verlassen hatten. Wir waren was Bummeln und haben Wurst fürs Frühstück gekauft. Jeden Tag Marmelade und Ei nervt auf Dauer.  Im Hostal gab es dann abends Trinkspiele. War lustig anzusehen, besonders eine volltrunkene Amerikanerin, die immer die bereitgestellten Biere weg getrunken hat. Man musste erst unter der Limbostange durch und dann einen Bierbecher vom Boden nehmen, allerdings ohne Hände und nicht mit Knien oder Händen abstützen.  Einer von uns konnte es natürlich nicht lassen und hat mitgemacht.  Am Ende leicht gefudelt, heimlich abgestützt,  hat aber keiner gesehen und so gab es auch Bier. Am Donnerstag gab es dann das Gold- und Waffenmuseum. Hier gibt es das Gold, das die Spanier nicht zu sich geschifft, oder beim Versuch des ganzen im Atlantik verschüttet haben, zu sehen. Bilder gibt es leider nicht, wegen Fotografierverbot. Im Waffenmuseum liegt der Reichsjägermeister Dolch vom dicken Hermann rum. Die anwesenden Amerikaner haben natürlich wieder nur Jägermeister verstanden.  Danach noch was durch die Altstadt und den Museumspark gelaufen. Das hatten wir bei der Stadtrundfahrt vor zwei Wochen schonmal gesehen, da hatte ich mir gemerkt, dass ein Museum total interessant sein muss und es da was gibt, das ich unbedingt sehen wollte. Was das war, oder welches Museum, hatte ich nur vergessen.  Sowas fällt einem dann, total unpassend, am nächsten Tag auf dem Weg zum Flughafen wieder ein. Jetzt sitzt hier also jemand am Flughafen in Lima und ist betrübt,  dass er nicht im Erdbebensimulator war... Abends gab es dann magic lights, eine wasserfontainen und lichter show. Der Besuch wurde vom Hostal angeboten. Wir also hin. Gemeinsam mit ca 14 anderen Rucksackreisenden aus aller Welt. Unser Teil hatte bei der Anreise was Pech, der Führer war neu und noch nie da gewesen. Wir also zu früh aus dem Bus ausgestiegen und mit viel fragen und Fussmarsch auch endlich angekommen. Da gab es bunt beleuchtete Fontainen zum fotografieren, davor-, daneben- oder drunter stellen. Was nicht fehlen durfte, war eine Fontaine aus mehreren Kreisen bestehend, die immer kurz aus gingen und man dann, wenn man schnell ist, so mindestens wie der Roadrunner, trocken in die Mitte gelangen konnte.  Der Mann am Bedienpult nebendran hatte auf jeden Fall, wie alle umstehenden, einen heiden Spass wirklich jeden der es versuchte nass zu machen. Wenn 16 Menschen zwischen 20 und 35 Jahren so was sehen, müssen das natürlich auch welche aus unserer Gruppe ausprobieren. Ergebnis: Keiner der beiden war schnell genug. Und von einem daumendicken Wasserstrahl im Schritt getroffen zu werden, sieht auf ner hellen Hose echt unvorteilhaft aus. Waren im übrigen die beiden einzigen Deutschen mal wieder, die da rein rennen mussten. Dann gab es noch eine etwas langatmige Lasershow, könnte aber auch an der nassen Hose gelegen haben.  Zurück war dann erstmal ne frische, trockene Hose angesagt. Den letzten Tag verbrachten wir durch Lima bummelnd, so bei den ganzen Märkten mal gucken, was es so an Klimbim und Schischi zu kaufen gibt. Der letzte Abstecher zum Pazifik war eher weniger von Erfolg gekrönt.  Nebel ließ uns nur erahnen wo das Wasser ist.  Dann zum Flughafen, die Fahrt dauerte wegen Stau ne Stunde und schlug zumindest einem von uns, auf den von der ladys night noch angeschlagenen Magen. Check In ging nur am do it yourself Automaten, einscannen ging nicht, was aber eher an der fragwürdigen Art und Weise der Durchführung der guten Dame gelegen haben könnte.  Also alles von Hand eingeben, dauerte auch ne Stunde. Dann Gepäckabgabe, dauerte auch ne Stunde, da eine Person ne ganze Boeing 767 abfertigen musste. Hier wurde zumindest einer von uns etwas ruppig und fragte die Tante am Schalter mal, ob sie hier die einzige sei die gedenkt die 200 wartenden Passagiere abzufertigen.  Jetzt sind wir in  Dallas, warten auf den Weiterflug. Die Einreise war hier viel entspannter als in Miami. Die Angestellten auch wesentlich freundlicher. Könnte durchaus daran gelegen haben, dass sie sich am verwirrten Teil unserer Reisegruppe belustigt haben. Auf was wir uns wieder freuen zuhause: Altbier. Füchschen, Schumacher, Schlüssel, Uerige. So etwa in der Reihenfolge. Schweinejanes. Leckeres Brot, kein Weißbrot mehr, warmes Essen, bitte nichts lauwarmes oder gar ganz kaltes.

Auf nach Tatooine

24März2014

Den wohl noch immer andauernden Streik der Bergarbeiter haben wir hinter uns gelassen. Das Geld für die Bustickets bekamen wir auch recht problemlos zurück,  wohl dank unseres überaus freundlichen Auftretens. Es gibt da auch noch die nordamerikanische Variante,  mit auf den Tisch hauen und nach dem Manager vom Manager schreien. So bekommt man auch eine  Teil seines Geldes wieder, dauert aber fünf Stunden. Wir haben uns nach 5 Minuten verhandeln und 20 Minuten warten, mit dem vollen Betrag, auf den Weg zum Flughafen gemacht. Da gabs dann noch genau drei Tickets für den Samstagabend Flug nach Lima. Der nächste wäre Montag gewesen. Da muss man ja zuschlagen, da hier grundsätzlich auf Dollar zurück gerechnet wird, kamen wir als Eurorechner sogar recht günstig weg. Wir haben dann noch zwei Deutsche getroffen, die den Flug vor uns erwischt haben. Die haben uns unter anderem von der nordamerikanischen Verhandlungsstrategie erzählt. Die beiden waren auch 14 Stunden an einer der Streik Barrikaden aufgehalten worden und irgendwie recht froh jetzt nach Lima zu kommen, zumal ihr Heimflug am selben abend gehen sollte. Die folgenden 2 1/2 Stunden bis zum Check In entschlossen wir uns in der Cafeteria zu warten. Da konnte man super beobachten, wie mehr und mehr Touristen versuchten Flüge zu bekommen. Dank WiFi und Youtube hat ein Teil von uns sich die Zeit mit "Das Wunder von Bern" vertrieben. Bei den ganzen nichtfliegenden Touristen freut man sich dann über sein Ticket mindestens so wie Toni Turek über den WM Pokal.
Der Flug ging dann fast pünktlich,  bei vier Mitarbeitern von Peruvian Airlines, die vom Ticketverkauf über Check In bis Boarding alles machen müssen, fast verwunderlich.  Ok, schon zum Boarding aufrufen, wenn der Flieger nichtmal gelandet ist mag seltsam anmuten. So kan man dann aber das Aussteigen beobachten, die Kekskrümel vom Vorbesitzer des Sitzplatzes muss man dann halt eben selber auf den Boden wischen. Über den Flugverlauf konnten wir keine gemeinsame Meinung festmachen. Die Auffassung geht hier von leicht holprig bus zu starke Turbulenzen. Der uneingeschränkte Service der Kabinenbesatzung lässt jedoch eher auf  Richtung holprig schließen.
In Lima haben wir im vierten Anlauf ein Zimmer im Hostel bekommen, direkt mit roof bar Party zu unserer Ankunft. Am nächsten Morgen ging es dann endlich Richtung Huacachina Oase. Eine kleine Oase, mit grünem See und von großen Dünen umgeben. Zur Abkühlung geht es jedoch in den Hotelpool. Hier werden wir wohl die nächsten Tage bleiben. Vieleicht kurz unterbrochen von Wüstenbuggy fahren oder Sandboarden, wenn uns das nicht zu anstrengend ist...


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Update zum Streik

22März2014

Der Streik dauert an. Wie wir grade im Internet gelesen haben konnten sich die beteiligten Parteien nicht auf eine Lösung einigen. Die Informationen, die wir gestern am Busbahnhof und im Internet erhalten haben, unterscheiden sich auch ein bisschen von denen die heute in der Zeitung zu lesen sind. So ist heute davon die Rede, dass 15000 Minenarbeiter nahezu alle Straßen von und nach Arequipa blockieren. Auserdem werden wohl Busse an den Blockaden festgehalten.  2010 ist das wohl schonmal passiert, dauerte ne Woche an und die Landebahn des Flughafens war auch blockiert. Zwei argentinische Mädels die wir im Hostel getroffen haben, versuchen es jetzt über Schleichwege nach Chile. Nur da wollen wir ja nicht hin. Wir versuchen jetzt mal unser Geld für die Bustickets zurück zu bekommen und werden dann wohl den Luftweg nach Lima versuchen. Es bleibt spannend.


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Ganz großer Bahnhof!!!

22März2014

Arequipa ist nicht nur die zweitgrößte Stadt Perus, sondern auch als kulinarisches El Dorado bekannt. Die Mehrzahl der Revolutionen des Landes hatten hier ihren Ursprung. Hier lebt also ein ziemlich aufmüpfig bis aufrührerischer Teil der peruanischen Bevölkerung. Diese Information war uns bis heute nur aus dem Reiseführer bekannt. Nach einem Döner und einer Flasche Inka Kola (das eben zum kulinarischen Teil) ging es zum Busbahnhof.  Dieser war trotz abendlicher Stunde gut besucht, was uns bis dahin nicht weiter irritierte. Beim Check In unseres Busunternehmens erfuhren wir dann, dass heute kein Bus fährt. Zur Begründung: Streik!!! Der erste Gedanke war natürlich: wie bei der Rheinbahn hier. Da es hier jedoch keine Monopolstellung wie die der Rheinbahn gibt, war der Plan, einfach ein anderes Busunternehmen zu nehmen schnell gefasst. Die nächste Information,  dass nämlich überhaupt kein Bus Richtung Ica fährt, machte den Plan ebenso schnell wieder zunichte. Der naheliegende Gedanke, dass die Busfahrer streiken, ist natürlich vollkommen falsch. Die nette Dame am Schalter gab uns eine kurze Einführung in die peruanische Streikkultur und erklärte uns die Situation. Um das zu verstehen muss man sich erstmal vom Bild des geordneten deutschen Streiks, mit Vorankündigung,  Trillerpfeifen, Plakaten und Forderungen wie mehr Geld oder weniger Arbeitszeit lösen.  Hier streiken momentan 1500 Arbeiter einer Silbermine. Und die stehen halt nicht oder nicht mehr nur vor dem Werksgelände und pusten in die Trillerpfeife. Um ihrer Forderung, zehn entlassene Kumpel wieder einzustellen,  Nachdruck zu verleihen, haben sie die Straße nach Ica mit Barrikaden blockiert.  Da das Straßennetz hier nun auch keine Umgehung des Ganzen zu lässt, ist der Kreis zwischen Minenarbeiter, Busfahrer und schließlich uns geschlossen. Problemlos haben wir unsere Fahrkarten auf morgen umgebucht. Da es sich um eine Hauptverkehrsstraße handelt, kann ich mir gut vorstellen, dass die örtlichen Ordnungskräfte schnell den Humor verlieren und die Blockade eher mehr als weniger rigoros beseitigen. Sind also guter Dinge für  morgen. Haben ja auch noch eine Woche Zeit bis wir wieder in Lima sein müssen.  Um mal wieder eine Parallele nach Deutschland zu ziehen, man stelle sich mal vor, Verdi oder gar der DGB lässt mal eben die A2 zwischen Oberhausen und Dortmund mit Steinen und so blockieren. Im Hostel hat man sich gefreut, dass wir wieder da sind und uns unser altes Zimmer wieder gegeben. Das Bier ist nur leider noch immer nicht kalt...

Die weisse Stadt

21März2014

Nachdem wir den Schaden am Bus verdaut hatten, suchten wir uns ein Hostel im Zentrum der historischen Altstadt. Unsere Wahl viel auf das Hostal Regis, das aber scheinbar vor kurzem den Besitzer gewechselt hat. Wir bekamen ein kleines Doppelzimmer mit Privatbad. Der freundliche Portier teilte uns bereits mit, dass es Umbauarbeiten im Hostel gebe, von denen wir Dank Busverspaetung und Dunkelheit erstmal nicht viel sahen. Lediglich eine fehlende Duschabtrennung, sowie Spiegel im Bad nahmen wir wahr. Die fehlende Duschabtrennung bescherte uns dann an den folgenden Morgenden einen netten kleinen Privatsee im Bad. Der Abend klang bei Abendessen und Bier am Plaza Principal, mit Blick auf die naechtlich beleuchtete Kathedrale aus.

Kathedrale und Vulkan

Der folgende Tag stand im Zeichen der Erkundung der Stadt, das Ganze zu Fuss. Fruehstueck gab es bei Baeckerei im Innenhof eines Kolonialhauses, schon im Hof begruesste uns der Duft von frisch gebackenem Brot. So gestaerkt ging es vorbei an zahlreichen Kirchen, Plaetzen und Kolonialhaeusern. Das Wetter war uns wieder wohl gesonnen, blauer Himmel und 23 Grad in Arequipa. Im uebrigen die zweitgroesste Stadt des Landes, auf 2400 Metern am Fusse von 3 Vulkanen, von denen der naechste noch aktiv ist, gelegen. Die Haueser und Kirchen sind fast alle aus hellem Vulkanstein gebaut, was wie man meinen koennte der Ursprung fuer den Beinamen, die weisse Stadt, ist. Aber weit gefehlt, das ruehrt daher, dass frueher nur die hellhaeutige Bevoelkerung im Zentrum wohnen durfte, alles was dunkler war als Michael Jackson musste ausserhalb wohnen. Eine weitere Besonderheit, die uns schon auf der Anreise berichtet wurde ist der Strassenverkehr. Dachten wir bisher, es gebe den normalen Verkehrswahnsinn in diesem Land, wurden wir eines Besseren belehrt. Der Verkehrsinfarkt, gepaart mit anscheinendem Fehlen irgendwelcher Verkehrsregeln, macht auch dem Fussgaenger das Leben schwer. Nur weil die Fussgaengerampel gruen ist, heisst das noch lange nicht, dass kein Auto kommt. Vorrecht am Zebrastreifen, Pustekuchen. Nebendran stehen dann noch mit Trillerpfeifen ausgeruestete Politessen, die zwar traellern, aber es keinen interessiert. Das Ganze scheint so schlimm zu sein, dass es, wie heute von uns beobachtet, Studentendemonstrationen zur Einhaltung der Verkehrsregeln gibt. Mit Plakaten und Schilder, die fordern: Kein Handy am Steuer, Anhalten am Zebrastreifen, etc. Eine Regel scheint es aber doch zu geben: Nicht am Plaza Principal parken! Dann kommt der Abschleppwagen. Ist das Auto einmal am Haken, sind auch jegliche Bemuehungen des angeeilten Fahrers zwecklos. Die traellernde Politesse bleibt hart. Das Auto kommt weg.

Ein weiteres Highlight unseres Stadtrundgangs war der Markt. Hier kann man bestaunen, wie Huhn, Fisch, Kuh, Schwein, Ziege und was es noch so gibt in seine Einzelteile zerlegt und verkauft wird. Da lachen dich dann neben den Innereien schonmal Ziegenkoepfe an. Das Ende des Rundgangs sollte bei einem kuehlen Getraenk auf der Terrasse des Hostels sein. Problem dabei, der Kuehlschrank kuehlt nicht. Warmes Bier ist auch in den Anden nicht lecker. Zu erwaehnen ist hier nur noch der fleissige Handwerker, der seid dem Morgen mit Farbe den Waenden zu Leibe rueckte. Er schien jedoch mehr sich selber, als die Waende anzumalen, die sahen naemlich unveraendert aus, er jedoch war von unten bis oben mit Farbe voll.

Am zweiten Tag haben wir dann die Kathedrale besichtigt. Hier steht die groesste Orgel Suedamerikas, mit 1200 Pfeiffen, frisch restauriert, da die bei einem Erdbeben 2001 vom herabstuerzenden Kirchenturm getroffen wurde. Von den Erdbeben gibt es hier durchschnittlich 12 am Tag, aber nur kleine, haben noch keins mitbekommen. Danach ging es ins Kloster "Santa Catalina". Eine eigenen Stadt in der Stadt. 400 Jahre alt, aber erst vor 35 Jahren fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht. Nachdem man durch das Tor gegangen ist, befindet man sich in einer anderen Welt. Vom Treiben der Stadt bekommt man rein gar nichts mit. 

Kloster Santa Catalina

Gleich geht es weiter, mit dem Nachtbus nach Ica oder genauer zur Huacachina Oase. Da heisst es drei Tage die Seele baumeln lassen, eventuell von kurzen Aktivitaeten unterbrochen. Mal schauen. Nicht jedoch ohne auf dem Weg noch einen Doener zu essen. Lächelnd

Der grosse Puma

19März2014

Nach unserer Rueckkehr aus Auguascalientes hatten wir noch eine kurze Nacht in Cusco, bevor es am naechsten Morgen frueh weiter ging. Die Masse an Auscheckern im Hotel und das verspetete Oeffnen des Fruehstueckssaals, machten uns einen Kaffee unmoeglich. Also am Busbahnhof eben ein Snickers gekauft, denn auch hier gab es weder Kaffee noch irgendetwas fruehstueckbares. Nach 6 Stundes relativ unentspannter Busfahrt, Schuld hieran war eine amerikanische Studentenreisegruppe, die sich nicht einig werden konnte, wer nun wo sitzt, ob man das Fenster lieber offen oder geschlossen lassen sollte etc.pp., kamen wir, vorbei an einer wunderschoenen Landschaft durch Hochebenen oberhalb der Baumgrenze, vorbei an schnee- und eisbedeckten Berggipfeln, unter anderem auch am hoechsten Berg Perus, Nevado Huascaran (6700m), endlich in Puno an. Hier suchten wir uns ein kleines Hotel. Der alte Mann am Empfang hat uns freundlicher Weise ganz Puno erklaert und die wichtigsten Punkte auf einer kleinen Karte markiert. So sind wir in die Stadt gelaufen und haben nur noch unsere Tour fuer den naechsten Tag gebucht und etwas gegessen. Hier setzte wieder der Andenmonsum ein. Auf ueber 4000m Hoehe gar nicht mal so schoen, sondern eher bitterkalt. Und die Strassen wurden zu kleinen Fluessen, sodass die Motos eher schwammen als fuhren. So sind wir nur noch ins Hotel und haben den Schlafmangel der letzten Tage versucht auszugleichen.

Am naechsten Morgen starteten wir schon um 6.45 Uhr in den naechsten Ausflug. Diesmal zwar mit Fruehstueck, aber wieder ohne Kaffee. So ganz weit suedlich, kurz vor der bolivianischen Grenze, scheint der Kaffee in Gaenze zu versiegen. Auf ging es also mit dem Boetchen zu den Uro-Inseln. Das sind im Titicaca-See schwimmende, von Hand gebaute, Inseln aus Schilf und sonstigem Gedoehns, was sich so im See finden laesst. Auf dem Weg dorthin erklaerte uns der Guide aber noch, das Titicaca grosser Puma bedeutet. Mit ausreichend Vorsetllungskraft und ein wenig Drehen und Wenden der Karte, laesst sich auch ein Puma erkennen. Ganz nebenbei hat unser peruanischer Guide bei der Begruessung aller Teilnehmer gelernt, dass Holland doch nicht in Skandinavien liegt, so wie er immer glaubte.

Uro Inseln

Weiter ging es von hier zur Isla Taquile. Hier hiess es mal wieder wacker den Gipfel erklimmen. Vorbei an den traditionellen Haeusern der Bewohner, ging es zum Hauptplatz. Von dort hatte man einen wunderschoenen Blick ueber den gesamten See, bis hin zur bolivianischen Seite.

Isla Taquile/ Titicaca-See

Weiter ging es zum Mittagessen... ausser man vergisst das Portemonnaie auf dem Boot. Aber es gab eh nur Fisch, also war es der Haelfte unserer Reisegruppe, die das Portemonnaie vergessen hatte, egal.

Wieder mal mit relativ leerem Magen, kehrten wir um 17 Uhr zurueck nach Puno. Nicht jedoch ohne die Steigerung des Andenmonsums erlebt zu haben: Andenhagel mit Gewitter auf dem Titicaca-See.

Im uebrigen haben wir unsere Reiseroute geaendert. Wir bleiben hier. Also nicht in Puno, sondern in Peru. Bolivien haben wir kurzer Hand gestrichen. Weil noch hoeher mit noch mehr Regen... das klag wenig verlockend. Abgesehen davon, dass wir 2 Tage verlieren, da die Grenze nur tagsueber geoeffnet hat.

So ging es dann schnell die Bustickets fuer den naechsten Tag kaufen, endlich mal was essen und schnell ins warme Bett.

Heute morgen ging es dann um 10 Uhr weiter nach Arequipa. Nachdem wir pro Person nur 20 Sol fuer das Ticket bezahlt hatten, starteten wir die Tour auch ohne grosse Erwartungen. Umso erfreuter waren wir, als wir sahen, dass der Bus echt super war.. optisch wie sich spaeter rausstellen sollte. Die Fahrt verbrachten wir groesstenteils im Plausch mit einem amerikanischen Paerchen, so zwischen 70 und 80 Jahren alt. Was wir hiervon mitgenommen haben: Baltimore ist super, Tom Clancy hat dort studiert und Michael Phelbs kommt von dort. Um hier nur ein paar Dinge zu nennen. Bis ca. 40 km vor Schluss hielt der Bus auch tapfer durch. Dann hatte scheinbar das Druckluft-Brems-System ein Leck, fuer Laien: Bus kaputt. Aber nichts was der Peruaner nicht mit nem Vorschlaghammer und nem Schraubendreher reparieren koennte. Den Kopf ein paar Mal waghalsig in den Radkasten gesteckt, hier und dort mal kraeftig dran gezogen und gezerrt, zack, war der Uebeltater ausgetauscht. Natuerlich stand der Bus waehrendessen, vollbesetzt, auf einer wackeligen Wagenheber auf Holzklotz Konstruktion. Aber bei der Begutachtung dieses Kunststueckes haben wir ein echt nettes kanadisch-tschechisches Paerchen kennengelernt. Irgendwie, mehr schlecht als recht, kamen wir dann mit einer guten Stunde Verspaetung in Arequipa an.

Auf den Spuren von Hiram Bingham

16März2014

Nach einer kurzen Nacht, etwas mitgenommen von Paddys Pub, ging es Samstag morgen los. Erst mit dem Bus gute 2 Stunden nach Ollantaytambo. In einem mit 15 Personen plus Fahrer besetzten Kleintransporter ging es durch die Anden, Gewackel und Geschaukel inklusive. Sitzkomfort war nahezu bei Null, so dass man froh war endlich am Bahnhof anzukommen. Das gestaltet sich aehnlich wie am Flughafen. Ticket und Ausweiskontrolle und bitte nur 5 Kilo Gepaeck. Die Eisenbahn ist hier noch ein richtiges Abenteuer. Schon in Lambayeque wurde uns gesagt, dass wir Eisenbahn fahren muessen, schliesslich geht das hier. Peru hat insgesamt knappe 2000 km Eisenbahnnetz. Nach 10 Minuten Wartezeit kam der Zug auch schon eingefahren, unterteilt in zwei Klassen: Touristen und 2. Klasse. Im Bahnhof wurden dann noch eben die Wagonnummern angebracht, und das Gewusel zum richtigen Wagon ging los. 

PeruRail

Nach der erneuten Ticketkontrolle, mit namentlicher Begruessung durch das Zugpersonal, durfte man auch einsteigen. Ein echt schniecker Wagon. Breite Ledersitze, Panoramafenster zu allen Seiten, auch im Dach. Die zweite Klasse sah da etwas anders aus, wie unsere alten Regionalzuege, die heute nur noch als Sonderzug zu Fussballspielen im Einsatz sind. 

Panoramaabteil

Mit 30 Minuten Verspaetung, scheint ein grundsaetzliches Bahnproblem zu sein, diese Puenktlichkeit, ging es auch los. Die Diesellok zog uns aus dem Bahnhof, auf freier Strecke einen Gang hoch geschalltet und wir rauschten mit unglaublicher Geschwindigkeit, vergleichbar mit einem zuegigen Fahrradausflug, davon. Dank der Schmalspurbahn mit ordentlichem Gewackel, Geruckel und Geschaukel. Die Fahrt ging durch Andentaeler entlang des Rio Urubamba. Ein wichtiger Reisetip: In Fahrtrichtung links sitzend sieht man davon auch was, auf der anderen Seite gibt es nur Bergwaende zu sehen. Urspruenglich hatten wir je einen Platz links und rechts am Fenster, den rechts haben wir aber mit einer Asiatin getauscht, die sich so dolle gefreut hat, dass sie 5 Minuten nach Abfahrt eingeschlafen ist. Bei der Abfahrt gab es auch direkt noch eine Sicherheitseinweisung, gefolgt vom Bordservice: Bananenmuffin und Cola. Der Firmenspruch von Peru Rail ist uebrigens: We create unforgettable travels. Wieder eine Parallele zur Deutschen Bahn. Nach 2 Stunden waren wir dann in Aguascalientes, dem Dorf am Fusse des Machupicchu. Wetter: Andenmonsun!!! Am Bahnhof wurden wir wie alle Mitreisenden vom Hostelpersonal mit Namensschild abgeholt, die einen halt frueher, wir halt spaeter. Hostel bezogen, Regenkape gekauft, Schwups der Regen hoert auf. Dann das 2000 Seelen Bergdorf erkundet. Sehr schoen, neben dem reissenden Rio Urubamba auch noch ein ebenso reissender Zufluss. Zu erreichen ist das ganze mit dem Zug oder dem Helikopter. Strasse gibt es eine, die zum Machupicchu fuehrt. Nach dem Abendessen schnell ins Bett, es sollte wieder eine kurze Nacht werden. 

Aguascalientes

Der Wecker ging um 4 Uhr. Schnell fertig gemacht, je nach Glueck mit heiss- oder kaltwasser Dusche und schon gings runter zum Fruehstueck. Das sollte ab 4.30 Uhr bereit stehen. Problem: Wir waren die einzigen die schon wach waren. Das gesamte Hostelpersonal lag um 4.45 Uhr schlafend in der Lobby zusammengerollt. Aber wenn unsere Nacht vorbei war, so sollte es deren doch erst recht sein, also erstmal schoen geweckt die schlafende Meute. Husch husch ging der eine Broetchen kaufen, der andere kochte Kaffee und so konnten wir dann leicht verzoegert um 5.30 Uhr starten. An der Bushaltestelle angekommen, stellten wir fest, dass wir doch nicht die einzigen waren, die den Sonnenaufgang auf Machupicchu verfolgen wollten. Gute 200 Personen standen bereit, die Busse zu fuellen. Das ging wider Erwarten jedoch recht zuegig, sodass wir uns um kurz vor 6 Uhr in die naechste Schlange reihen durften. Hier stiessen dann auch die paar Verwegenen zu uns, die sich das Busticket gespart haben und den Fussweg genommen haben. 800 Hoehenmeter ueber Stock, Stein und unregelmaessige Stufen. Um 6 Uhr oeffneten sich dann auch die Pforten und wieder ging der Einlass recht zuegig von statten. So hatten wir das Glueck, dass wir mit ein paar wenigen den Sonnenaufgang ueber Machupicchu erleben durften. Da haben wir schon mal eine gute Stunde die Kamera zum gluehen gebracht, ganz zum Nachteil des Akku. Hier kam wieder leichte Panik auf. Reichen denn die 100 Photos schon? Wir haben ja noch nicht mal die Fuehrung gemacht Überrascht.

Machupicchu

Also wieder runter zum Haupteingang und mal hoeflich gefragt, ob der Garderobenmann vielleicht die Kamera laden koennte. 30 Minuten geladen und waehrenddessen unseren Guide aufgesucht. Die Gruppe bestand aus Kanadiern (franz.), Amerikanern und uns. Etwa bis zur Haelfte. Dann stiessen noch 4 Koreaner zu uns. Suedkoreaner wohlgemerkt, da unser Guide gleich feststellte, dass noch nie Nordkoreaner da waren... Ueberraschung.

Gute 2 Stunden Fuehrung und immer wieder ein auf und ab. Danach haben wir uns wieder auf eigene Faust auf Entdeckungsreise begeben. Nachdem wir die Ruinenstadt abgegrast hatten, ging unsere Reise weiter zur Inkabruecke. Nachdem die Inka es nun geschafft hatten, diese enorme Bergstadt zu errichten, erwartet man ja schon einiges von so ner Bruecke. So in die Richtung "Indiana Jones und der Tempel des Todes". Was dann kam hat alle unsere Erwartungen gesprengt.

Inkabruecke

Nach dieser kleinen Entaeuschung haben wir uns das Sonnentor dann gespart. Nach acht Stunden im Reich der Inka haben wir uns dann zu Fuss auf den Weg zurueck gemacht. 1757 Stufen, wir haben gezaehlt, wie schon erwaehnt unregelmaessig, durch dschungelartiges Gewaechs. Irgendwo bei Stufe 800 setzte leichter Nieselregen ein, bis dato hatten wir herrliches Wetter gehabt und das obwohl unser Guide sagte, das Wetter hier im Nebelwald der Anden sei wie seine Schwiegermutter: sehr launisch.

Der naechste Andenmonsum setzte puenkltlich ein, als wir uns bei einer kalten Cola vom Abstieg erholten. Gleich geht es mit dem Zug wieder zurueck nach Cusco und morgen frueh direkt weiter nach Puno zum Titicaca-See.

Die Regencapes sind noch original verpackt.

Paddys Pub

15März2014

Wie angekündigt haben wir Paddys Pub einen Besuch abgestattet. Der höchste in irischem Besitz befindliche Irish Pub der Welt. Die Inneneinrichtung,  typisch Pub, dunkles Holz und viel Klimbim an den Wänden.  Entlang der Wand fuhr eine Modeleisenbahn mit Bierdosen auf den Wagons und einer Deutschen Post Lokomotive. Bier war ortsüblich plus importiertes ale und Guinness.  Haben natürlich ale und Guinness probiert, das schmeckt auch auf 3500 Metern wirklich nicht. Auf Nachfrage bekommt man ein gratis Poster zur Bestätigung,  dass man da war. Wie wir das heil im Rucksack nach hause bekommen, überlegen wir uns noch. Sollte jemand mal nach cusco kommen, der Pub ist ein muss. Resümee: ein witziger Abend in deutsch, holländisch, amerikanischer Besetzung.


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Inkahauptstadt

14März2014

Mit leichten Kopping und nach verdammt wenig Schlaf, Schuld daran war die Happy Hour im Hostel und neu gewonnene Bekanntschaften aus aller Herren Laender, ging es um 6 Uhr ab zum Flughafen. So frueh ist die Stadt erstaunlich leer und man kommt sogar voran. Der uebliche check-in verlief reibungslos. Nach einem kleinen Fruehstueck am Flughafen konnte es auch schon los gehen nach Cusco. Da machte uns StarPeru einen Strich durch die Rechnung. Mit einer guten Stunde Verspaetung ging es dann aber doch endlich mit dem Shuttle-Bus zum Flugzeug. In der hinterletzten Ecke des Flughafens, vorbei an allerhand Propellermaschinen, stellte zumindest einer von uns erleichtert fest, dass unser Flugzeug doch schon ueber Duesentriebwerke verfuegte. Ganze hundert Personen fasste das Maschinchen. Putzig. Hier wurden wir noch einmal Zeuge einer fast schon praehistorischen Sicherheitseinweisung. Erinnert sich jemand? Wenn die Stewardess mit einem Gurt und erprobten Handbewegungen das Verhalten im Notfall simuliert?

putziges Flugzeug

In den 75 Minuten Flugzeit wurde uns sogar Essen und Trinken serviert. Broetchen und Kuchen und lokale Getraenkespezialitaeten. Noch eben abgeraeumt und schon ging es auch wieder in den Landeanflug. Der gestaltet sich auf den Flughafen mitten in den Anden wie folgt: mittlere Turbulenzen beim Durchfliegen der Wolkendecke, sobald man aus den Wolken ist, sieht man rechts und links nur noch die gruenen Haenge der Berge, davon werden dann gleich noch ein paar umkurvt. Landeklappen sind natuerlich schon draussen, das Flugzeug muss ja langsamer werden. Dann landet man auch schon. Mitbekommen hat das aber nicht jeder von uns, die eine Haelfte hat geschlafen. Waehrend des gesamten Fluges war die Klimaanlage so runter temperiert, dass Nebelschwaden aus den Schlitzen kamen. Der Flughafen in Cusco ist etwa so gross wie der Benrather Bahnhof. Eben die Rucksaecke von einem der drei Gepaeckbaender geholt und zum Hostel. Wieder Pariwana, diesmal in einem alten Kolonialhaus. Wie der aufmerksame Leser der Bild Zeitung schon vorher wusste, das beste Hostel in Suedamerika. Eine Auszeichnug an der Rezeption bestaetigt hier die Bild Zeitung.

Den Rest des Tages haben wir, wie empfohlen, mit Hoehenaklimatisierung und dem Kauf einer Tour zu Machupicchu verbracht. Obacht: Es gibt viele Moeglichkeiten nach Machupicchu zu kommen.

1. Die 1-Tagestour: mindestens 23h mit Bus, Bahn und teils zu Fuss unterwegs. Dafuer den kuerzesten Aufenthalt in Machupicchu. Seeeehr stressig.

2. Die 2-Tagestour: Den ersten Tag mit Bus und Bahn nach Aguas Calientes, am Fusse Machupicchus, Uebernachtung mit Fruehstueck und am naechsten Morgen in aller Ruhe zu Machupicchu aufbrechen. Wahlweise zu Fuss oder mit dem Bus. Hier laesst sich vielleicht erwaehnen, dass der Aufstieg zu Fuss ca. 90 Minuten dauert. Diese verbringt man mit dem Erklimmen von mehr als 1750 Stufen. Abends geht es dann zurueck nach Cusco.

3. Der Inka-Trail. 4 Tage zu Fuss und mit naechtlichem Camping in den Anden erreicht man die 1750 Stufen als kroenenden Abschluss. Zurueck mit Bus und Bahn.

4. Der Inka-Jungle Trip: Via Rafting, Mountenbiking, Climbing und Hiking erreicht man Machuppicchu ebenfalls in 4 Tagen.

5. Die I-do-it-myself-Tour. Eine im Reisefuehrer ueber mehrere Seiten, im Konjunktiv beschriebene Tour, mit vielen haette, wenn und abers. Dauer und Ausgang unbekannt.

Um die Spannungskurve aufrecht zu erhalten, loesen wir erst in einem spaeteren Beitrag auf, fuer welche Tour wir uns entschieden haben.

Die Aklimatisierung haben wir im Hostel mit neuen und auch alten, aus Lima bekannten Gesichtern abgeschlossen. Die Nacht in unserer fensterlosen Uli-Hoeness-Mehrbett-Suite verlief reibungslos, bis morgens um 4 der schnarchende Suedamerikaner betrunken ins Bett fiel.

Frueh aufgestanden, gefruehstueckt und los ging es. Erster Stop war der Busbahnhof, unsere Tickets fuer die Weiterfahrt nach Puno kaufen. Wann die ist, koennen wir leider noch nicht verraten, ihr erinnert euch, die Spannungskurve.

Danach eine Fahrt durch und um Cusco mit dem roten Doppeldecker Bus. Den anschliessenden Andenmonsum haben wir in einem Restaurant verbracht. Aufgetischt wurde hier ganz klassisch: Alpaca. In Steakform, medium-rare. Wahlweise Alpaca am Spiess.

Plaza de Armas Alpaca Steak

Einer von uns ist jetzt auch gluecklicher Besitzer einer Baby-Alpaca-Muetze. Die ist soooooo flauschig!

Baby-Alpaca

Danach zu Fuss die historische Altstadt abgeklappert, vorbei an einer Menge Kirchen, Denkmaelern und Statuen, Maerkten und kleinen Laeden. Zwischendurch immer mal wieder den 118. Strassenverkaeufer dankend abgewimmelt und Schuhe gekauft. Feuchte, jedoch vermeintlich trockene, Schuhe 1,5 Wochen in der Tuete lagern macht der Tuete nichts, den Schuhen schon.

Bevor wir uns morgen auf den Weg machen, besuchen wir jetzt noch den hoechstgelegen, von Iren gefuehrte, Irish Pub der Welt.

Mit dem naechsten Blog ist in 2-5 Tagen zu rechnen. Ihr wisst schon, die Spannungskurve Lachend.

23 Stunden Lima

12März2014

Den letzten Tag vor der Weiterreise wollten wir gemuetlich am Strand von Pimentel verbringen. Eine spontane Abschiedsesseneinladung fuer 11 Uhr kam spontan dazwischen. Ganz suedamerikatypisch sind wir also um kurz nach 12 Uhr bei der Gastgeberin aufgeschlagen. Da war selbstverstaendlich von Essen noch nichts zu sehen und besagte Dame des Hauses ist erstmal los und ging Bier kaufen.Das neu eingefuehrte Weizenbier durften wir nun probieren. Hefegeschmack war nicht wirklich vorhanden, was durchaus daran liegen koennte, dass sich die Hefe beim letzten 0,1l Glas noch tapfer am Flaschenboden befand. Gegen 14 Uhr wurde dann aufgetischt.

Abschiedsmenu die 2.

Nach weiteren Glaesern Bier war nicht nur der Strandbesuch, sondern auch der geplante Gang ins Museum geplatzt. Auf dem Heimweg war zumindest noch eine Besichtigung des laengsten Holzbalkon suedamerikas drin, so ganz ohne Kultur konnten wir dann doch nicht abreisen.

Um 19.30 Uhr fuhr unser Bus in Chiclayo ab. Die Nachtfahrt nach Lima, erste Klasse Luxusbus. Mit Abendessen und Fruehstueck. Zu Abend gab es, wie unerwartet, Haehnchen mit Reis. Dazu wahlweise warmen Kaffee oder warme Inka/Coca Cola. Von Inkacola halten wir uns aufgrund der sehr unnatuerlichen Farbgebung noch fern. Ein Tier mit gleicher Farbe wuerde in der Natur ganz klar signalisieren: Friss mich nicht, ich bin giftig. Nach dem Abendessen wurde auch sogleich der Film eingeblendet. Um unnoetige Verwirrung zu vermeiden, natuerlich ohne Untertitel, sodass sich zumindest einer von uns, mit einem Tatort via Smartphone vergnuegte. Die Nacht verlief ruhig, einziges Problem: Wie bedeckt man den Durchschnittskoerper eines Mitteleuropaers mit einer Decke, fuer Zwergen geschaffen? Das Fruehstueck bestand aus einem Muerbchen und Kuchen, dazu sowas wie Saft, an dem sich jeder Zahnarzt eine goldene Nase verdienen wuerde. Da uns unsere Reise immer weiter Richtung Sueden fuehrt, erlebten wir die ultimative Steigerung von schlechtem Kaffee: gar kein Kaffee!!! Dafuer gab es Kamillentee. Das Abteil muss etwa nach deutschem Krankenhaus geduftet haben. Puenktlich um 8 Uhr kamen wir in Lima an. Aufgrund der rush hour waren wir dann eine Stunde spater auch endlich am Busbahnhof und eine weitere Stunde spaeter im Hostal. Das Hostal, Pariwana, ist top. Haben auch gleich fuer die kommenden Tage in Cusco das gleiche gebucht. Da bekommt man naemlich ein T-Shirt fuer Lachend.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, eben frisch gemacht und einen Kaffee auf der Dachterrasse getrunken. Nach einem kurzen Bummel durch den Katzenpark, im selbigen einen Starbuckskaffee verzehrt. Danach auf zur Stadtrundfahrt, erste Eindruecke sammeln. Schliesslich sind wir ja in zwei Wochen nochmal hier, um explizites sightseeing zu betreiben.

Lima

In Lima ist wesentlich mehr Tourismus als auf unseren vorherigen Stationen. Gerne genommen: dickbaeuchige, komische Huete tragende, Kamera im Anschlag tragende, Amerikaner.

Nach einem kurzen Stop an der aeltesten Kirche Limas, samt Besichtigung der Katakomben und der Bibliothek (jeder Buchliebhaber weint bei diesem Anblick. 300 Jahre alte Buecher und keinerlei Form von Konservierung, gammeln bei 60% Luftfeuchtigkeit einfach vor sich hin).

Jetzt lassen wir den Abend gemuetlich auf der Dachterrasse ausklingen, da es morgen in aller Fruehe weiter nach Cusco geht. Das jedoch nicht wie geplant mit 25h Busfahrt, sondern mit dem Flieger, fuer eine Hand voll Taler mehr. Zeitaufwand: 1:15h.

Wir melden uns dann wieder aus dem Hoehentrainingslager (3500m).

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